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Lokales

NEUMO nimmt Campus am Knittlinger Kreuz in Betrieb

Die hochmodernen Neubauten in der Zeppelinstraße werden Stück für Stück mit Leben gefüllt

Der NEUMO Ehrenberg-Campus erstreckt sich im Gewerbegebiet Knittlinger Kreuz über eine Fläche von 32 000 Quadratmeter. Foto: Neumo

Es musste sich etwas ändern – das war allen Verantwortlichen schon seit Jahren klar. Nur eine passende Lösung hat sich nicht ergeben. Dann hat ein Gespräch die Ausgangslage grundsätzlich verändert: Mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung hat man sich über noch nicht erschlossene Flächen im Gewerbegebiet Knittlinger Kreuz ausgetauscht. Am Ende der Gespräche stand im Mai 2019 ein Kaufvertrag über ein rund 32 000 Quadratmeter großes Grundstück an der Zeppelinstraße und eine direkt angrenzende Optionsfläche über weitere 23 000 Quadratmeter. Schließlich habe die dritte Generation signalisiert, das 1947 gegründete Familienunternehmen weiter in die Zukunft führen zu wollen. Für die Pläne, die es dann umzusetzen gilt, soll es den nötigen Platz geben. Das ist Geschäftsführer Wolf Ehrenberg, dessen Vater die Firma 1947 in Knittlingen gegründet hat, wichtig.

Nachdem im Mai 2019 der Kaufvertrag unterzeichnet wurde, konnte bereits am 9. September desselben Jahres der erste Spatenstich für die Erschließungsarbeiten des künftigen „NEUMO Ehrenberg Campus“ (Kurzform: NEC) erfolgen. Für die Modellierung des Geländes wurden rund 25 000 Kubikmeter Erde bewegt, wie Vertriebsleiter Matthias Dörr berichtet. Nachdem im Februar 2020 mit dem Hochbau begonnen wurde, stehen auf dem Areal inzwischen drei Gebäude. NEUMO trat dabei als Generalunternehmer auf, konnte die Vergaben also frei regeln. Das kam zahlreichen lokalen Unternehmen zu Gute. „Nur fünf Unternehmen hatten eine Anfahrt von über 50 Kilometer“, erklärt Wolf Ehrenberg, „und das lag daran, dass wir für diese speziellen Arbeiten keine lokalen Anbieter gefunden haben.“

Dill + Hauf

Zur Infrastruktur gehört aber auch, was man auf den ersten Blick nicht sieht: In unterirdischen Zisternen ist Platz für 50 000 Liter Wasser zur Bewässerung und 500 000 Liter zur Brandbekämpfung. Insgesamt wurde bei den Planungen viel Wert auf modernste Energie- und Wassernutzungskonzepte gelegt. „Photovoltaik-Anlagen versorgen den Campus mit bis zu 40 Prozent des Eigenenergieverbrauches“, betont Harry Jost, der Stellvertreter des Geschäftsführers. Ziel ist, den Primärenergiebedarf des Campus auf unter 50 Prozent des vergleichbaren Bedarfes des heutigen Firmengeländes bei gleicher Mitarbeiterzahl zu begrenzen.

Mit der Ausstattung des neuen Rohrlagers, das in Gebäude 6 eingezogen ist, haben die Neumo-Verantwortlichen Mut bewiesen: Das Rohrlager ist automatisiert und kann daher zu großen Teilen autark arbeiten. „Das ist bislang einmalig in unserer Branche“, erklärt Wolf Ehrenberg. Ursprünglich habe man das Lager anders bauen wollen. „Nun freuen wir uns doch sehr, über das automatisierte Hochregallager, das im Januar dieses Jahres in Betrieb genommen wurde und auf einer massiven Betonplatte mit rund 600 Tonnen verbautem Baustahl steht“, betont Ehrenberg.

Harry Jost (v.li.), Matthias Dörr und Wolf Ehrenberg. Foto: Deeg
Harry Jost (v.li.), Matthias Dörr und Wolf Ehrenberg. Foto: Deeg

Im Gebäude 5 kehrt in diesen Tagen auch mehr und mehr Leben ein. Dort zieht der Druckbehälter- und Apparatebau inklusive eines Bürotrakts und Sozialräumen ein. Im zweiten Halbjahr soll auch noch das Gebäude 7 durch die Tochtergesellschaft Vargus Deutschland bezogen werden, die hauptsächlich Hartmetallwerkzeuge des in der Branche bekannten israelischen Schwesterunternehmens VARGUS Ltd. in ganz Deutschland vertreibt, gleichzeitig aber auch für viele Kunden selbst Sonderwerkzeuge konstruiert und herstellt. Auch Vargus Deutschland zieht mit Fertigung und Bürotrakt auf den NEC. Nach und nach sollen alle Mitarbeiter vom Henry-Ehrenberg-Platz ins Knittlinger Kreuz umziehen. Daher ist Wolf Ehrenberg auch sicher, dass man innerhalb der nächsten fünf Jahre die Optionsflächen nutzen werde. „Auch wir sind noch nicht auf dem Campus“, sagt Wolf Ehrenberg stellvertretend für die gesamte Geschäftsleitung.

Auf den nutzbaren Grünflächen zwischen den drei Gebäuden wachsen insektenfreundliche Gräser und Blühpflanzen. Rund 60 Bäume mit hohem Nutzpflanzenanteil ergänzen künftig das „grüne“ Erscheinungsbild des „NEUMO Ehrenberg Campus“. Durch den NEC werde man in Knittlingen als Investor und Arbeitgeber wahrgenommen, freuen sich die Firmenverantwortlichen. Das Interesse, den neuen Standort zu besichtigen, sei groß. „Die Wahrnehmung unseres Unternehmens hat sich total gewandelt“, betont Harry Jost, schließlich habe man nun einen Radweg vor der Tür, auf dem immer wieder Vorbeifahrende anhalten, um den Baufortschritt zu begutachten. Ramona Deeg

Infokasten

„In der Region ist leider wenig Platz für Wohnungsbau – das soll dort entstehen, wo NEUMO auszieht. „Wir nehmen sehr viel Geld in die Hand“, sagt Geschäftsführer Wolf Ehrenberg mit Blick auf die millionenschwere Investition im Knittlinger Kreuz. Dieses Engagement für Knittlingen und die Mitarbeiter wolle man durch den Verkauf von Bauplätzen zumindest ein Stück weit mitfinanzieren. Ehrenberg und die anderen NEUMO-Verantwortlichen haben auch schon ganz klare Vorstellungen, wie die künftige Wohnbebauung auf dem heutigen Firmenstandort aussehen soll: Ihnen schwebt ein Co2-neutraler Stadtteil vor mit bezahlbaren Bauplätzen für Familien und Glasfaseranschlüssen als Standard. „Im letzten der drei Bauabschnitte sind auch Mehrgenerationenhäuser vorgesehen“, so Ehrenberg. Insgesamt spreche man von rund 4,3 Hektar Fläche. Der erste Bauabschnitt betrage rund 1,2 Hektar Fläche. Veräußert werden sollen die Bauplätze vorwiegend an Käufer, die selbst einziehen wollen und nicht nur an Investoren. „Wer aber vernünftige Konzepte für Mietwohnungen hat, für den stehen unsere Türen auch offen“, sagt Ehrenberg. Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat liefe gut. „Es gibt einen klaren Gemeinderatsbeschluss zur Umwidmung für Wohnzwecke“, sagt Harry Jost. Natur- und Umweltschutz-Verbände begrüßen die flächenschonende und naturnahe Gesamtplanung des Projektes.

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