Die Umsetzung des Projekts hat erst im März begonnen und unterlag entsprechend einem straffen Zeitplan. „Wir wollten unbedingt noch zum Ferienstart live gehen“, sagt Enke, „weil wir für die Menschen, die Urlaub vor der Haustüre suchen, bereits erste Ideen liefern wollten.“ Zudem sollte auch an die touristischen Anbieter – angefangen von Hotels über Gastronomie, Museen und Freizeitanbieter – das Zeichen setzen, dass sich im Tourismusbereich etwas entwickelt.

Die Tourismus-Plattform versteht sich als Mitmachangebot. Das liegt unter anderem daran, dass sich in diesem Bereich viel Neues entsteht. Entsprechend sagt Enke auch, dass er und seine Projektpartnerin bei der Stadt Pforzheim, Isabell Prior (Leiterin des Tourismusmarketings des WSP), schlicht und ergreifend „lange nicht alle Angebote und Tipps kennen“. Über den Ideenmelder auf www.stadt-land-enz.de seien auch schon die ersten – laut Enke – „bemerkenswerten Anmerkungen“ eingegangen. Bis alles eingearbeitet sein wird, dauert es allerdings noch ein wenig. Das liege zum einen an der Urlaubszeit, zum anderen daran, dass noch technische Detailfragen gelöst und die Anbieter, die vorgeschlagen worden sind, kontaktiert werden müssen. Jochen Enke macht an drei Beispielen deutlich, wie vielfältig die Angebote in der Region sind: „Wussten Sie, dass man in Knittlingen in einem Bett im Kornfeld übernachten kann? Dass man an vielen Stellen in der Enz mit dem SUP fahren kann und darf – beispielsweise am Freibad in Neuenbürg? Und dass man mit Alpakas durch den Enzkreis wandern kann?“
Mit der Tourismus-Webseite würden die Stadt und das Landratsamt bei einigen Anbietern „offene Türen einrennen“, macht Enke deutlich. Es gebe bereits Ansätze für Kooperationen, die auch über die Internetseite bekanntgemacht werden sollen. Überhaupt sei der Synergieeffekt von www.stadt-land-enz.de enorm. Denn Pforzheim profitiere vom Enzkreis als Naherholungsgebiet und die Menschen aus dem Enzkreis würden die kulturellen Angebote in Pforzheim und den Bahnhof als Knotenpunkt nutzen. Dass es aus Sicht des Enzkreises sinnvoll sei, in puncto Tourismus mit der Stadt Pforzheim zu kooperieren sei auch ein Ergebnis einer Bachelorarbeit gewesen, die eine Studentin der Hochschule Heilbronn angefertigt habe. Eine Erfahrung die Jochen Enke auch selbst gemacht hat: „Nachdem ich 2018 den Job als Wirtschafts- und Tourismusbeauftragter übernommen habe, habe ich festgestellt, dass es kaum beziehungsweise nur sehr selektive Aktivität im Bereich Tourismus im Enzkreis gibt.“ Als dann noch Isabell Prior ihren Job bei der WSP Pforzheim angefangen habe, sei schnell klar geworden, dass man als Basis eins Tourismuskonzepts eine Webseite ins Leben rufen möchte, um die Informationen zu bündeln. Vom Motto „Stadt. Land. Enz“, das die Ensinger Agentur Addicted beigesteuert habe, sei man auch sofort begeistert gewesen. Unter diesen Schlagworten werden nun seit wenigen Wochen Aktivitäten gebündelt, die man in Pforzheim oder einer Enzkreiskommune unternehmen kann. Dabei gibt es sowohl Vorschläge für Radtouren, Wanderungen sowie den Zeitvertreib im oder auf dem Wasser. Aber auch Museen und Events finden ihren Platz ebenso wie gastronomische Angebote, Führungen und Shopping-Möglichkeiten. Thematisiert werden auch Mobilitätsthemen und barrierefreie Angebote. Außerdem ist geplant, die Webseite nach und nach auch ins Englische und Französische zu übersetzen. „Die Webseite wird sich ständig weiterentwickeln und verändern, das ist durchaus gewollt“, wird Isabell Prior in einer Pressemitteilung zitiert, „der Tourismus verändert sich eben auch ständig weiter und da wollen wir künftig am Puls der Zeit sein.“